Erinnerung, die Zukunft wertschätzt

Zeitzeugen ließen 50 Jahre Geschichte rund um den Zeller Stadtteil Schüttdorf und die 1967 eingeweihte Kirche lebendig werden.
Fotos von Erlebnissen mit farbenprächtigen Kostümen, mit Scharen von MinistrantInnen erzählen von der Lebendigkeit früherer Zeiten. Die bunten Bilder an den Bäumen mit Botschaften aus der Bibel, den Segenssprüchen, den philosophischen Erkenntnissen lassen die bunte Kirche von heute aufleuchten. Die Kirche geht mit ihren Botschaften in den Park, auf die Straße. 

1967 wurde eine Kirche gebaut, in Schüttdorf - manche wollten den Ort auch Hütteldorf nennen, doch der andere Name hat sich durchgesetzt. Die Kirche sollte „hochmodern im Detail sein, den Kirchgängern aber nicht fremd sein“. 1966 musste zum Weihnachtsgottesdienst jede und jeder einen Sessel zum Hinsetzen mitnehmen. Das taten die Leute auch, sie hatten eine Freude mit ihrer Kirche. Es waren noch karge Zeiten. So schreibt Erzbischof Rohracher an den damaligen Stadtpfarrer: „ich erkläre mich bereit, zur Konsekration wunschgemäß um 9.00 Uhr zu kommen und ich bin froh, dass kein Mittagessen geplant ist.“ 

Das „Baumteam“ freut sich, dass Sprüche, Bibel- und Segenskarten an den Bändern weniger werden, sie haben noch Nachschub zuhause. Das Team freut sich, wie wunderbar die Karten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde kunstvoll angebracht wurden. So wurde es möglich, mit der Botschaft hinauszugehen, unter freiem Himmel. Der Turm ist ein besonderer Punkt, er war auch einmal als Campanile gedacht. Er ist ein Fingerzeig Gottes mitten im Zentrum. Die Feier, wie der Offene Himmel überhaupt, ist eine Anerkennung an die Väter und Mütter einer Kirche, wie sie vor 50 Jahren gebaut und gelebt wurde, aber auch an die Frauen und Männer, die heute Glauben leben. Am Tag der Erinnerung an die 50 Jahre Geschichte in Schüttdorf waren die Leute bewegt. Am Vortag pulsierte das Leben im Pfarrsaal durch ein kulturelles Fest. Viele schwärmten vom Gottesdienst am Seeufer im Thumersbach zur Dämmerstunde. Kirche geht und hinaus und ist offensichtlich lebendig. Sebastian Schneider


Fotos: Sebastian Schneider